U 14 Mannschaft des RC Borken wird Deutscher Meister in
Schledehausen
Samstagmorgen fuhren acht aufgeregte Spielerinnen, Eltern,
Großeltern, Trainer und Betreuer aus Borken, Burlo und Velen nach Schledehausen
bei Osnabrück zu den Deutschen Meisterschaften.Jeder mit seinen eigenen Erwartungen, Vorstellungen, Wünschen und
Träumen, aber alle gemeinsam mit einer großen Freude.
Nach der Niederlage bei den Westdeutschen
Meisterschaften
war es Lotte Braakhuis, die sagte: „Na gut, dann müssen wir eben
Deutscher
Meister werden.“ Dieses Motto griff Trainerin Lydia Ertner auf und
gestaltete
mit diesem Ziel vor Augen das Training. So begannen die Mädchen
konsequent mit
einem Kraftprogramm, da in diesem Bereich noch die größten Reserven
lagen. Sophie
Emming und Lotte Braakhuis trainierten mit der 1. Damenmannschaft von Claudia Paß bzw. gingen wie auch Kim
Telaar, Pia Genschick und Larissa Janssen mit Beginn des Beachtrainings
parallel
zur Halle in den Sand. Zweimal in der Woche traf man sich in der Halle,
um
hauptsächlich mannschaftstaktische Maßnahmen zu besprechen und
einzuüben. Plötzlich
waren die vier Wochen nach den Deutschen Meisterschaften der U 16 fast
um und
die U 14 Mädels hatten noch nicht ein Trainingspiel absolvieren können
mangels
geeigneter Gegner. Hier sprangen Spielerinnen der 1. Damenmannschaft in
die
Bresche. Dank ihres Einsatzes konnten noch
rechtzeitig vor dem großen Turnier eklatante Mängel in der Abwehr
aufgezeigt
und damit gerade noch rechtzeitig behoben werden. Am Donnerstag fanden
sich
viele Spielerinnen in der Burloer Halle ein, um alle acht Spielerinnen
der U 14
Mannschaft in kleinen Duellen zu fordern.
Freitag hatte sich das Team einen Ruhetag verdient.
Samstag in Schledehausen angekommen beäugte man
neugierig
die anderen Mannschaften, versuchte das Leistungsvermögen abzuschätzen
und sich
selbst irgendwie irgendwo einzuordnen. Da man erst in der 2. Spielrunde
ran
musste, hatte man dazu die Zeit. Beim Wandern durch die wunderschöne
große und
die zweite etwas kleinere Halle blieb man beim Spiel SC Potsdam gegen SC
Alstertal-Langenhorn hängen. So wie sich das Potsdamer Team im ersten
Spiel
präsentierte, dürften die wohl vorne mitspielen. Auf der anderen Seite
machte
der TSV Eiselfing ein gutes Spiel. Man durfte gespannt sein.
Endlich ging die lange Wartezeit für die Borkener
Mädchen zu
Ende. Furios begannen sie ihr erstes Spiel gegen SV Bad Laer. Schnell
spielten
Larissa Janssen, Kim Telaar, Lotte Braakhuis und Sophie Emming eine so
hohe Führung
heraus, dass schon im ersten Satz Pia Genschick und Laura Stegger zum
Einsatz
kommen konnten. Überzeugend mit 25:8 ging der erste Satz an die Borkener
Mädchen. Im zweiten Satz plötzlich ein ganz anderes Bild. Statt Borken
machte
jetzt Bad Laer die Punkte. Unsicherheiten schlichen sich ein und man
musste
einem leichten Rückstand hinterher rennen. Aber wer die Mädchen kennt,
weiß um
ihre Nervenstärke. Wie schon oft bei Rückständen holten sie Punkt um
Punkt auf,
übernahmen die Führung und holten sich den Satz mit 25:21. Das war der
erste
Sieg.
Im zweiten Spiel hieß der Gegner SVK Beiertheim.
Zwar ging
der erste Satz mit 25:23 an das Team aus Borken, aber dieser Satzgewinn
war
hart erkämpft. Auch der zweite Satz gestaltete sich ausgesprochen
spannend und
eng. Die Satzbälle wechselten zwischen den
beiden Mannschaften hin und her. Schließlich machte Beiertheim den
entscheidenden
Punkt zum 26:24. Also musste der Tiebreak entscheiden. Die Borkener
Mädchen
fanden wieder gut ins Spiel und gewannen den Satz mit 15:12 und damit
ihr
zweites Vorrundenspiel.
Im letzten Vorrundenspiel konnte man den
Gruppensieg gegen FSV
Reichenbach perfekt machen. Der erste Satz ging mit 25:12 an die
Borkenerinnen.
Hier bekam Friederike Böggering ihren Einsatz. Im zweiten Satz war die
Führung
so groß, dass Yvelyne Schneider, Friederie Böggering, Pia Genschick und
Laura
Stegger den Satz mit 25:4 für sich entschieden.
Damit war der erste Tag für die Borkener Mädchen zu
Ende.
Als Gruppenerster und Viertelfinalist ging es für
das Team erst am 2. Tag weiter.
Der Gegner wurde in der Zwischenrunde in der Partie ASV Senden – TuS
Kriftel
ermittelt. ASV Senden benötigte 3 Sätze für den Einzug in Viertelfinale.
Sonntagmorgen 9 Uhr gab es dann die Revanche.
Konzentriert
und hoch motiviert begannen die Borkener Spielerinnen den ersten Satz.
Wenige
Eigenfehler, gute Abwehr und tolle
Angriffe führten zum Gewinn des ersten Satzes mit 25:20. Jetzt war man
ganz nah
dran am Einzug ins Halbfinale, was seit der Wiedervereinigung noch keine
Borkener Mannschaft geschafft hat. Verbissen, kämpften beide Seiten um
den Sieg
bzw. gegen die drohende Niederlage. Aber der Siegeswille war einfach zu
groß. Mit
25:22 gewannen die Mädchen den zweiten Satz. Was für eine Freude! Man
hatte
sich für die Niederlage bei den Westdeutschen Meisterschaften
revanchiert und
schon einen Medaillenplatz sicher.
Jetzt hieß es erstmal durchatmen und schauen, was
die
anderen so machen. Da waren doch tatsächlich wieder die Potsdamer, die
schon am
ersten Tag auffielen. Auch sie hatten den Einzug in Halbfinale
geschafft.
Gegner im Halbfinale war für die Borkener Mädchen
der TSV
Eiselfing. Ein sehr unangenehmer Gegner in einer neuen Halle. Man
brauchte eine
Weile, um sich auf den Gegner einzustellen und so ging der erste Satz
mit 22:25
an Eiselfing. Aber wenn manTräume wahr
werden lasen möchte, darf man nie aufgeben und muss bis zum Schluss
kämpfen.
Das taten die Borkener Mädels. Lotte, Sophie, Kim und Larissa zauberten
ein
Volleyballspiel auf das Parkett, das aller Ehren wert war. Mit 25:15
holten sie
den zweiten Satz. Gegenüber hatte der SC Potsdam schon den Einzug ins
Finale
geschafft. Der RC Borken war festgewillt, den Potsdamern zu folgen. Der
dritte
Satz lief gut, immer eine leichte Führung auf Borkener Seite, die die
Mädchen
bis zum Schluss halten konnten.15:13. Finale!!!
Das Endspiel um den Meistertitel dominierten von
Anfang an
die Borkener Mädchen. Zwar ging es im ersten Satz anfänglich hin und
hier. Aber
die Borkener konnten immer kontern und ließen sich nicht eine Sekunde
einschüchtern. Verdient gewannen sie den ersten Satz mit 25:21. Im
zweiten Satz
gingen die Borkenerinnen von Anfang an in Führung und gaben diese nicht
einmal
ab. Am Ende des zweiten Satzes hieß 25:22. RC Borken-Hoxfeld holte den
Titel: Deutscher
Meister 2010 in der weiblichen U 14 Jugend.
Larissa Jansen, Kim Telaar, Sophie Emming und Lotte
Braakhuis als Mannschaftkapitän zeigten das ganze Wochenende eine
hervorragende
Leistung. Laura Stegger, Yvelyne Schneider, Pia Genschick und Friederike
Böggering unterstützten die Mannschaft am Spielfeldrand, so gut sie
konnten,
indem sie die Mädels auf dem Feld unermüdlich anfeuerten. Für Trainerin
Lydia
Ertner war Raimund Schneider als Co-Trainer eine wichtige Stütze und ein
guter
Berater auf der Bank. Claudia Paß und Matthias Wichmann nahmen für den
RC
Borken die Schiedsrichterpflichten wahr. Und alle mitgereisten Eltern
und Fans
gaben alles. Alle Beteiligten wurden mit dem wunderbaren Erfolg belohnt.
Vielleicht
war der Sieg auch gar nicht so unerwartet. Diese U 14 Mannschaft hat in
ihrer
Karriere nur zwei Spiele verloren: Als U
13 das Halbfinale bei den Westdeutschen Meisterschaften gegen Paderborn,
wo
dass Team einen 9:13 Rückstand in ein 13:13 umwandelte und die Punkte 14
und 15
an Paderborn wegen Technikfehler gingen. Das andere Spiel war das Finale
bei
den diesjährigen Westdeutschen Meisterschaften, wo Lotte, Sophie und Kim
eine
Woche nachdem Meistertitel in der U 16 noch nicht wieder bei Kräften
waren und
neben bei noch Erkältungen auskurieren mussten.
Ein tolles Team!
Anekdote am Rande:
Für Trainerin Lydia Ertner, in Potsdam geboren, gab
es bei
den Deutschen Meisterschaften nach 23 Jahren ein Wiedersehen mit ihrem
ehemaligen
Sport- und Erdkundelehrer Rainer Kaden, Trainer auf Potsdamer Seite. Für sie war es daher ein ganz besonderes Vergnügen,
im
Finale auf den SC Potsdam zu treffen.
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